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Im Alter von fünf Jahren aus der Steiermark nach Wien gekommen, studierte Marie Fuerth bei dem Künstler und Reformpädagogen Franz Čižek. Während des Ersten Weltkriegs arbeitete sie in einem Kinderkrankenhaus und heiratete den Arzt Otto Paneth, mit dem sie drei Kinder bekam. In den 1920er Jahren lebte die Familie in Amsterdam und in den 1930er Jahren in Indonesien, wo ihre Ehe zerbrach. Marie Paneth verbrachte einige Zeit in Paris und New York und hatte dort eine Beziehung mit dem Wiener Psychoanalytiker Heinz Hartmann. 1939 floh Paneth nach London. Geprägt von Čižeks antiautoritärem Ansatz begann sie sogleich, mit benachteiligten und problematischen Kindern zu arbeiten. Wie sie in ihrem 1944 erschienen und von George Orwell im Observer besprochenen Buch „Branch Street“ beschreibt, zerstörten die ortsansässigen Kinder das von ihr aufgebaute erste Projekt. Als man ihnen jedoch die Möglichkeit gab, ihr eigenes Spielzentrum in einem zerbombten Gebäude zu gestalten, schufen sie einen Bereich mit Spielplatz und selbstverwaltetem Café. Im Sommer 1945 wurden 300 zu Waisen gewordene, jüdische Kinder aus befreiten Nazi-Konzentrationslagern in eine Schule am Lake Windermere gebracht. Über das viermonatige, therapeutische Projekt mit den schwer traumatisierten Kindern unter Panaths Leitung drehte die BBC einen Dokumentarfilm. Nach dem Selbstmord ihres jüngsten Sohnes Tony 1955 zog Panath zurück nach New York, wo sie als eine der frühesten Vertreterinnen der Kunsttherapie bekannt wurde. In den 1960er Jahren kaufte sie einen Bauernhof bei Cannes, wo sie sich bis ins hohe Alter der Malerei widmete. Panaths Nachlass, aufbewahrt in der der Sigmund-Freud-Sammlung der Library of Congress, umfasst auch einen Roman, Kurzgeschichten und die Autobiographie "Fälschung/Fake".
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